Home sweetest home

Der Heimflug war sehr unerwähnenswert eigentlich, da nichts passiert ist. Da wir diesmal eigene Bildschirme hatten, habe ich

  1. "Twilight"
  2. Marley and Me
  3. The secret life of bees
  4. Bolt

gesehen. "Marley and Me" war so langweilig, dass ich ihn nach 15 Minuten abgeschaltet habe. Ich mag Jennifer Aniston eh nicht so sonderlich, dafür aber eigentlich Owen Wilson, aber irgendwie sprang der Funke nicht über.

Der Franzose neben mir konnte anscheinend weder Englisch noch Deutsch, noch Spanisch und er hatte nicht begriffen wie das Unterhaltungsprogramm funktioniert, weshalb ich ihm erklärt habe was er machen muss. Ich muss wieder mehr mit Französisch arbeiten, das war schrecklich, was ich da zusammengestottert habe.

Der Tag wurde richtig gut, als ich aus dem Gate kam. Da stand nämlich mein Mr. T mit einer roten Tulpe (meinen Lieblingsblumen) um mich zu überraschen und das war ihm absolut gelungen.

Home sweet home

 

So eine schöne Überraschung hat man mir noch nie gemacht.

Kam er extra aus Kölln trotz Osterfest mit dem Auto seiner Mum zu mir gefahren morgens um 5:30 Uhr um mich zu überraschen.

Morgen poste ich mal alle Locations in New York, die ich sehenswert finde.

 

10.04.09

Ich bin heute alleine unterwegs und deshalb gönne ich mir einen ausgiebigen Sonntagsmuschler obwohl noch gar kein Sonntag ist. Muscheln ist eine Mischung aus Murmeln wie ein Murmeltier und kuscheln. Diesen Luxus kann man sich nicht mehr gönnen wenn man Kinder hat deshalb versuche ich das jetzt noch so oft zu machen wie es geht. Also Fenster weit auf, Decke weit übern Kopf und tausendmal strecken, drehen, gähnen und heute telefoniere ich dabei mit Mr. T. Anschliessend mache ich mich auf in den Central Park, weil ich in den Zoo dort möchte. Als ich bie den Pinguinen ankomme bekomme ich einen Schock, weil es hier aussieht wie in "Happy Feet" und das war in dem Film ja keine schöne Szene. Ausserdem sehen die Sender, die die Pinguine an den Flügeln haben brutal aus, vor allem weil sie so angebracht sind, dass die natürliche Haltung aussieht als wäre sie druch die Sender ausgelöst. Also als müsste sie die Flügel wegstrecken wegen der Sender.

 Einer der Eisbären trainiert anscheinend für Olympia denn er dreht sehr angestrengt seine Runden von einem Rand ins Wasser, taucht eine Runde, geht dann an Land, schwimmt eine Runde und dann wieder alles von vorne.

 Es ist schon extrem seltsam wie Schilderfixiert Menschen sind. Ich würde es ja engstirnig nennen. Hier im Kinderzoo ist ein Aquarium mit einem Schild auf dem steht, "Pig nosed turtle" in dem Aquarium ist aber noch viel mehr zu sehen als nur die Schildkröte. Die Fische geben sich alle Mühe beachtet zu werden, machen die putzigsten Dinge, aber jeder achtet nur auf die Schildkröte. 

Als ich beim Ententeich ankomme, spielt mein I-Pod Cecilia Bartoli Caldara: La Castila. und dieses Opernstück passt so perfekt zu dem Treiben auf dem Teich, dass ich lachen muss.

Kurz vorher hat der Pfau sich demonstrativ 10 Minuten in seiner vollsten Pracht präsentiert. Für die Fotografen hat er alle Stufen seiner Federnpositioinen präsentiert und gehalten, damit man in Ruhe die Schönheit fotografieren kann.

Manche Menschen sind einfach scheisse. Statt die Tiere hier zu beobachten pieksen Väter mit Stöcken nach dem armen Huhn nur damit die Tochter ein tolles Foto machen kann.

Mandarin Enten sind so wunderschöne Tiere, wenn ich mich richtig erinnere hat mein Opa sie früher gezüchtet.

Das verschreckte Huhn hat sich jetzt ganz eng hinter einem Busch versteckt.

Meine totale Enstpannung tritt ein nachdem ich eine halbe Packung "Lays" mit "Tostitos Salsa con Queso" gegessen habe und das ganze mit einer halben Tafel "Cadbury Dairy Milk" aberundet habe. Ich hab eingekauft wie ne Bulimiekranke und gefressen hab ich auch wie ne Bulimiekranke, nur das Kotzen hab ich vergessen. Alzheimer Bulimie nennt das die Berliner Comedy Schnauze.

Aber mal im Ernst, mein I-Pod spielt "Seed" und ich sitze im Washington Square und die Welt ist toll. Die Menschen, Spatzen, Squirrels und Hunde zu beobachten ist das New York Gefühl überhaupt.

Ich treffe mich mit Miss J und wir quatschen, quatschen, quatschen wie man es so tut, wenn man sich ein Jahr nicht sieht und dann Zeit für sich hat. 

Schüschü kocht für uns am Abend das perfekte Bierhühnchen und es gibt Reste von seinem sizilianischen Kochkurs und dann geht es ab zum Karaoke.

Hier ist das Prinzip das Gleiche wie in Tokio. Man bucht einen Raum und ist dann alleine in seiner Runde beim Karaoke singen.

Um 3:00 Uhr sind wir alle total müde zu Hause.

Day of the tentacle oder alle Wege führen in den Dickdarm

Verdammte Axt, was war das heute ein Fresstag. Wenn ich wieder zu Hause bin und mich das erste Mal auf meine eigene Waage stelle werde ich sterben vor Scharm.

Es war heute sonnig, strahlend schön und mind. 15 Grat warm. Wir haben den Morgen damit verbracht auf den Waschmaschinenmann und den Weinkühlschrankmann zu warten und in der Zeit habe ich hier ein wenig geputzt. Naja und gegessen. Zum Frühstück gabs Eggs Benedict, weil  ich die gestern schon so mochte. Ich will nicht wissen wieviel Punkte die mich kosten würden. Den Tag haben wir an der Küste verbracht. Eigentlich wollten wir mit der Fähre zu Ellis und zur Statue of Liberty aber ganz im Ernst, bei so einem sonnigen Tag möchte ich nicht drei Stunden in einer Reihe anstehen um anschliessend in einer Reihe dicht gedrängt auf einer Fähre zu fahren. Ich habe noch nie verstanden warum Menschen sich gerne Lemmingartig irgendwo anstellen um sich dann Lemmingartig irgendwo anzustellen. Ich beobachte die Fähre bei der Abfahrt und warte eigentlich darauf, dass die erste Menschenreihe beginnt sich von der Fähre zu stürzen, aber anscheinend war das doch nicht ihr Ziel. Wie auch immer, da geniesse ich lieber die beiden Inseln hier vom Hafen aus und sitze in der Sonne.  Ich schlafe ein bisschen, esse mein Eis, meinen Muffin und meine Tüte Chips mit Essig und Salz und die Lemminge sind mittlerweile so sehr gewachsen, dass sie sogar bei mir stehen. Ausserdem hüpft ein unglaublicher Latinareinbeisshintern in Rosa vor meiner Nase rum. Die kleine sieht aus wie aus nem Film, wackelt mit den Hintern wie in der Joghurette Werbung und trägt rosa. Ich wundere mich allerdings warum sich ihre Joggingstrecke auf 250 Meter beschränkt bis ich begreife, dass die da tatsächlich nen Film drehen. Die kleine Latina mit dem Reingreifarsch ist Schauspielerin und die drehen da eine dieser Telenovelas. Jetzt sehe ich auch die Kameraleute und das ganze drumherum. Wir schiessen bekloppte Tourifotos und der Tag ist einfach schön. Ich hab mich schon immer gefragt, warum Japaner immer diese blöden Victory Finger machen müssen und mittlerweile bekomme ich latenten Brechreiz, wenn ich nasales Gelache kombiniert mit den Victoryfingern mitbekomme. Ich hab einfach noch nicht begriffen, was diese Victoryfinger sagen sollen, warum sie es auf jedem Foto machen und warum sie dabei immer so lachen. O.k ja ich gebe ihnen recht, sie sehen dabei total bekloppt aus und es macht definitv keinen Sinn jedes Motiv mit bescheuerten Handzeichen zu kommentieren vor allem wenn man immer das gleiche sagt und ja o.k. das alleine wäre ein Grund zum Lachen, aber für andere nicht für einen Selbst. Wenn ich solche Foto machen würde, wäre ich aber mal ganz ganz still.

Egal die Japanerinnen nicht, die machen ihre Victoryfinger, die Latina rennt mit ihrem Knackarsch am Pier entlang, die Lemminge stürzen sich auf die Fähre und wir entschliessen uns weiter zu laufen. Unterwegs essen wir Churros und gehen dann langsam zu einem tollen Deli weiter, in dem wir Buffet essen um dann langsam nach Hause zu schlendern. Ich muss auch unbedingt noch mit Mr. T telefonieren, denn langsam wird es unerträglich mit dem Vermissen. Heute Abend sind wir mit dem Bruder verabredet dessen Sprachschule eine Fotoausstellung in den Klassenräumen macht. Der Vorteil davon ist, dass die Ausstellung sowie die Sprachschule im Empire Statebuilding sind und wir somit in den Geschmack des wundervollsten Sonnenunterganges kommen, den man sich vorstellen kann. Anschliessend nehmen wir einen Drink in der Rooftop Bar. Wirklich, das ist so schön zu sehen. Die Mojitos kosten hier zwar 16 Dollar und sind so klein, dass ich sie einatmen kann, aber egal für diesen Blick lohnt es sich. Man kann bei jeder Temperatur draussen auf dem Dach sitzen. Hinter uns strahlt der Vollmond und das Empire steht stolz in Grün vor uns. Wenn man friert kann man sich entweder näher an einen der Öfen setzen, oder einen der roten Fleecebademäntel anziehen oder sich in die Decken einwickeln. Am Ende sehen alle aus wie kleine Rockys vor dem letzen Kampf.

Da wir hier nur einen Drink nehmen und Miss J gerade von der Arbeit gekommen ist essen wir anschliessen noch Sushi in einem Restaurant. Nicht dass ich mich hier zurückhallten würde, weil  ich ja heute schon so viel gegessen habe, nöö nach einer Rolle mit Gurke, einer mit Avocado, einer California und zwei Pints Japanischem Bier esse ich noch Miss Js Udon Reste und die Gyoza Reste von Miss Pearl. Totdmüde, vollgefressen und glücklich kommen wir zu Hause an, wo der Chef de Cuisine schon vollgeschmaust auf seiner Terrasse den milden Abend geniesst. Der hatte heute nämlich seinen Sizilianisch Kochkurs.

Ich bin vollgefressen, wiege mindesten 6 Kilo mehr, nach diesem Urlaub und muss meinem Körper erstmal die Kohlehydrate wieder abgewöhnen und den Alkohol. Mhhh Martini Rosso on the Rocks.

Gute Nacht!

09.04.2009

Gestern war einfach nur Shopping angesagt. Wir sind die Touriläden hoch und runter und haben nach Mitbringseln gesucht. Wirklich erfolgreich war ich aber nicht um ehrlich zu sein. Irgendwie ist es schöner Mitbringsel nach dem Schicksalsprinzip zu kaufen. Wenn man danach sucht, findet man meistens nichts. Die tollsten Geschenke habe ich bisher gefunden und nicht gesucht. Nach dem 30 Schmuckladen hab ich absolut keinen Bock mehr. Es gibt dort schöne Dinge und es gibt in jedem Laden schöne Dinge und ich erwische mich irgendwann dabei, wie ich ein blinkendes Handytäschlein in den Händen halte und es in meinen Korb lege. Als ich es todesmutig gerade eben noch so schaffe mein Hirn wieder einzuschalten, ist es fast zu spät, aber ich drehe kurz vor der Kasse ab und lege das bescheuerte Ding weg. Was will ich mit einem Handytäschlein, dass man sich um den Hals hängt? Ich weiss nicht was New York immer mit mir macht, oder ob es die Tatsache ist, dass ich einfach in Ruhe Urlaub mache, aber ich mutiere. Hallooooo!!?!?!?!? Ein rosafarbenes Handytäschlein mit Glitzer??? Mr. T würde mir genau fünf Sekunden Zeit geben, bevor er in schallendes Gelächter ausbrechen würde und zwar mit Recht. Die Bleecker runter, die Broome hoch, Schmuckläden, Vintageläden, Tibetische Läden grr. Kindersachen hier zu kaufen ist eine Qual. Die sind zwar an Originalität nicht zu übertreffen, aber ebenso sind die Preise genauso originell. Für Schüschü kaufe ich als Dank für die unglaubliche 5 Sterne Hotel bewirtung ein Olivenöl mit Truffelgeschmack. Der Laden heisst Oliviers & Co. Davon bekommen wir am Abend Pasta mit Truffelöl und echtem Parmesan gekocht. Mhhhhh lecker. Da so langsam Ostern naht und ich den Timessquare hasse muss ich heute nochmal dorthin, bevor der Feiertagswahnsinn dort ausbricht. Ich wollte für Mr. T etwas bei Bubba & Gump kaufen und dieser Laden ist leider auf dem Timessquare. Jegliche Bauchatmung, Tiefenmeditation und autogenes Training helfen hier nicht. Ich hasse es. Ich weiss nicht warum man da freiwillig hin will. Es ist voll, es blinkt, alle 3 Sekunden spricht dich jemand an und will dir Tickets für die beste Show am Broadway verkaufen. (Die gibt es ungefähr so oft wie Splitter von Jesu Kreuz oder Brocken aus der Berliner Mauer). Typen labern dich blöd von der Seite an: "Habt ihr was gegen Schwarze? Nein, gut dann hört mir zu!" - "Asshole, glaubt der wirklich ich kaufe eher Tickets für eine Comedysendung, weil er micht mit diesem Spruch unbewusst dazu nötigen will ihm zuzuhören. Ich überlege mir ob ich ihm antworten soll: "Nichts wirksames", aber wahrscheinlich kommt man dafür hier in den Knast. Ich finde das gemein, man muss sich doch nicht selbst stigmatisieren. Da geht sie doch dann wieder los die Huhn und Ei Frage. Das nervt. Ob diese ewige "Schwarzendiskriminirungsfrage" jemals aufhört. Wofür haben wir mittlerweile Weissrussen, Türken oder eine andere Menschengruppierung die nicht unserer eigenen entspricht? Menschen sind doch im Diskriminieren fremder Gruppen nicht wählerisch. Ich finds blöd, aber gut sie werden wissen, ob sie damit noch immer solche Probleme haben. Mir ist es jedenfalls wurscht wo der Typ herkommt und welche Farbe seine Haut hat ich will einfach nur keine Tickets kaufen, sondern das verdammte Mitbringsel.

Es ist wirklich verdammt spät als wir vom Timessquare runter kommen und ich will noch an die NYU. Schon letztes Jahr wollte ich so gerne einen I love New York Kapuzenpulli, aber die sind einfach billig. O.k die kosten in den Läden 20 Dollar, aber so sehen sie auch aus. Deshalb möchte ich lieber so nen tollen Pulli von der NYU. Die Auswahl hier ist toll und ich suche mir einen ganz kuscheligen grossen. Da bekommt Standford jetzt grosse Konkurrenz in meinem Kleiderschrank.

Zu müde um irgendwas zu tun, sitzen wir alle gemeinsam bis spät am Abend im Esszimmer und quatschen.

Ich habe mir von Schüschü gewünscht, dass er mir zeigt wie man richtigen Pudding selbst macht und darauf freue ich mich jetzt sehr. Heute Abend hat er nämlich seinen Sizillianischen Kochkurs und vielleicht profitiere ich da auch noch von. 

 

07.04.2009

The Prezel-Excitement

Heute morgen hab ich endlich mal die Chance gehabt eine dieser Prezeln zu kaufen. Ich hab mich noch gefreut, weil der Strassenverkäufer sagte: "Warte kurz, ich mache sie Dir noch warm" und ich denke: "Mh lecker warme Brezeln ist noch besser", aber das Ding war vorher gefroren, weshalb sie jetzt halb gefroren und am Rand heiss ist. Sie ist überdimensional gross, so wie bei uns nur die Brezeln auf dem Weihnachtsmarkt und schmeckt ungefähr wie das Äussere von Bifi-Roll nur leider eben ohne Bifi und das Äussere der Bifi-Roll schmeckt ohne Bifi nunmal leider garnicht, sonst müsste man ja keine Bifi reinstecken um es essbar zu machen. So eine Scheisse. Das sind eben auch Erfahrungen die man machen muss. Nur weil im Urlaub etwas unglaublich lecker aussieht, heisst es noch lange nicht, dass es auch lecker ist.

Aber mein erstes Prezel Erlebnis hab ich mir irgendwie anders vorgestellt.

Wir fahren mit der 5 Uptown und je näher man an die Bronx kommt umso variabler wird die Ansagenauswahl. Jetzt beginnt unser Ansager uns daran zu erinnern, dass wir keine Wertsachen und Handys offen zeigen sollen, während wir in der Bahn sitzen. Das wird ein Abenteuer. Ist doch blöd, wenn sie einem jetzt schon Angst vor der Bronx machen. Ich beginne an dem Zoobesuch zu zweifeln und mir wird mulmig. Ab Jackson Avenue fahre ich überirdisch und kann die Viertel genauer ansehen. O.k. ausserhalb Manhattans ist es wieder das USA Bild, dass wir durch die Gangster Filme haben.

Ein Blinder Bettler kommt in die Tür, stellt sich vor und bittet um Geld. Nach seiner Rede geht er einmal durch das Abteil und sammelt sein Geld ein. Ich gebe ihm ein paar Quarter. Hier habe ich einfach immer das Gefühl, die haben ihre Würde nicht verloren. Irgendwie sind sie anders hier, betteln ist hier anders. Neulich habe ich einen mit einem Schild gesehen auf dem stand: "Bitte brauche Geld für Drogen und Alkohol. Hahah nein, das war ein Scherz, aber im Ernst ich habe Hunger. Es fühlt sich an als wären sie trotzdem noch "Proud to be american" und ja als müssten sogar die Bettler hier gute Marketingstrategien fahren bzw. gute Unterhaltung bringen.

An der Haltestelle Morris Park wechseln wir den Zug, weil wir zu weit gefahren sind und als wir an der 180 Strasse aussteigen laufen wir erstmal 2 Blocks in die falsche Richtung. Dank der ganzen Horrornachrichten aus USA fühle ich mich so richtig unwohl, als ich durch die Bronx laufen muss und irgendwie finde ich das scheisse. Ich drücke also den Rücken durch, presse meinen Latinahintern zusammen und heb das Kinn an, damit ich mich nicht auch noch in eine Opferhaltung presse. Aber trotzdem ich bin nicht scharf darauf heute nach meinem 1. Prezel Erlebnis auch noch ein 1. Schiesserei Erlebnis zu haben. Gott ist das albern. Wahrscheinlich laufe ich gerade durch ein Viertel wie das Frankfurter Ginnheim und fühle mich aber als würde ich nachts um 4:00 durch die schlimmsten Teile des Gallus laufen. 

Der Zoo ist toll und es hat sich gelohnt, wie auch immer. Ich werde hier jetzt nicht jedes einzelne Tier beschreiben, das würde für euch zu langweilig werden, aber er ist wirklich toll und es lohnt sich ihn zu besuchen. Allerdings würde ich an einem sonnigeren Tag gehen, denn es ist heute 6 Grad warm und kaum Sonne und die meisten Tiere verziehen sich bei diesem Wetter eben auch lieber rein. Ausserdem merkt man dem Zoo doch noch sehr an, dass der Frühling gerade erst zart seine Fühler ausstreckt, weshalb es eher grau als grün ist. Deshalb schlage ich vor: Zoo ja, aber erst ab April und bei Sonne.

Anstelle von soziopathischen Tigern im Käfig treffe ich hier aber nur soziopathische Kindern. Obwohl der Tiger hier die beste Performance im Tigerkäfig bietet indem er nach einem Schläfchen aufsteht und durch das Gehege schreitet wie ein König, hängt der bekloppte Junge wie ein Computersüchtiger an dem Touch-Screen und hackt besessen auf dem Bildschirm rum, so dass es permanent ein schreckliches Geräusch macht. Hier ist es wohl eher gerade so, dass der Tiger und ich entsetzt denn Jungen anstarren und denken: "Gestörtes Wesen".

White Throated Bee-eaters singen ganz wundervoll und da hier keine Scheibe ist, fliegen sie einem ganz nah über dem Kopf weg. Überhaupt ist das Vogelhaus ganz toll gemacht, so wie alle Häuser. 

Das Amerikanische Konzept des Mitmachens, Erlebens, Befühlens ist auch im Zoo wiederzufinden. Überall sind Schilder, die etwas über die Tiere erzählen, man kann Schaukästen hockklappen seine Nase irgendwo reinstecken und und und. In Deutschland gibt es das auch, aber nicht so wie hier. Bei den Tigern zum Beispiel haben sie kleine Installationen wo sie eine Forschungsstation im Dschungel nachgebaut haben, oder einen Laster von Wilderern, auf dem zu sehen ist, was für den Tiger alles gefährlich ist. Überhaupt regt der Zoo einen permanent an, darüber nachzudenken, warum man alle Tiere und ihren Lebensraum schützen sollte. Bei den Amphibien und Reptilien bekommt man zum beispiel erklärt, dass viele Schlangengifte in der Medizin verwendet werden und wie hilfreich deshalb auch diese Tiere für uns sind und dass wir sie schützen müssen. 

Am Verhalten der Menschen an den Schaukästen oder Terrarien zeigt sehr genau, dass wir die elende Zapping-Gesellschaft sind. Nur leider läuft hier nur ein Kanal, weshalb die Leute permanent zu zweit oder zu dritt davor stehen, mit den Finger zeigen und plappern, sie plappern irgendwelchen Müll. Ich vermisse meinen Soundtrack. Ich verstehe nicht so ganz, warum Menschen immer plappern müssen. Man könnte, wenn man Ruhe hätte einfach mal beobachten und wahrnehmen und vor allem das Gesehene und Wahrgenommene in sich aufsaugen. Ich finde die Tiere haben ein Recht, dass man sich ihnen mal in Ruhe widmet. Man kann die Augen schliessen, dann wieder öffnen in das Terrarium eintauchen und für einen Moment ganz bei dem Tier sein. Ich bin gerade bei der riesigen Phyton, das ist die grösste lebende Phyton, die ich jeh gesehen habe. So schnell bin ich mittem im Dschungel auf einer Expedition und blende die blöden Menschen um mich herum einfach aus. Die ist so gross, wie die Anakonda die ich aus dem Senkenbergmuseum kenne und wunderschön, in einem gleichmässigen Rhytmus kommt ihre Zunge. Das ist dieser nasovomerale Sinn, die Viecherl können ja eigentlich nix anderes. Aber unsere Zapping-Generation scheint es nervös zu machen, dass hier auf Kopfdruck nicht der Kanal geändert werden kann. Also klopft man gegen die Scheibe, fotografiert mit Blitz oder plappert.

Manchmal hege ich ein tiefes Verständnis für Amokläufer.

I am in love....deeply in love. Ich bin in einen Hog verliebt.

Die Schweinchen im Congo Gorilla Forest sind soooooooo süss. Mit ihren komischen Haaren an den Ohren sehen sie aus wie chinesische Opis aus Comicverfilmungen.

http://www.billybear4kids.com/animal/whose-toes/RedRiverHog.jpg

Ich versuche mich noch etwas mit Miss Js Kamera und wieder am Union Square angekommen rase ich in Shoe Mania um Sassi ihre Pumas zu besorgen und mir noch ein paar coole Treter. Ich hatte eh noch ein paar Schuhe im Budget offen und eigentlich wollte Gummistiefel, aber es gibt keine die mir gefallen und die die mir gefallen kosten noch immer 60 Dollar und soviel gebe ich nicht für geckige Gummistiefel aus. Also hab ich mir die hier gekauft, passend zu meinen I-Pod Kopfhörern: http://ecx.images-amazon.com/images/I/41KyTlzoxJL._SL500__SS140_.jpg

 

Zum Abendessen gibt es heute die französische Quiche und ich bin froh, dass ich dieses Jahr schon in der Met war.

 

06.04.2009

If I had a headache, a headache in the morning.

 

Ist ja ganz toll, dass gestern so schönes Wetter war, aber nicht so schön ist es, dass heute dafür der Himmel voller Regen hängt, denn ich habe dadurch wiederwärtigstes Luftdruckkopfweh. So sehr, dass ich sogar erst gedacht habe, es könnte ein Migräneanfall werden. Aber sogar eine Kopfwehattacke ist in New York schöner als zu Hause, denn nachdem ich mit Aspirin auf der Couch verbracht habe und dem Sound meiner Lieblingsserie "Criminalt Intent" quasi in Realität gelauscht habe, (weil die Couch Richtung Strasse steht und ich somit den Strassensound lauschen konnte, der hier anders klingt als zu Hause), mit Mr. T und Tiischer ausgiebigst über Skype telefoniert habe, bin ich los Richtung Chinatown, denn hier werden sie geholfen. Auf dem Weg dorthin werde ich auf Englisch von zwei Frauen angesprochen, ob ich Ihnen den Weg nach Chinatown erklären kann. Als ich gerade erklären will, dass sie sich von hier Richtung der Houston Str. orientieren sollen höre ich dass es Deutsche sind und sage: "Das hätten wir auch einfacher haben können". Da müssen wir alle lachen. O.k. mit meinem New York Look und den Kopfhörern und meinem zielgerichteten, schnellen Gang sehe ich nicht aus wie ein Tourist. Aber ich bin heute auch kein Tourist, ich bin heute ein Kopfwehpatient auf der Suche nach Heilung. 163 Mott Street North Store ist meine Suche zu Ende. Meine Heilung heisst "Ling" und ist eine absolut goldige, liebe, süsse Chinesin. Sie klettert auf mir rum, drückt, hebelt, kniet, verzweifelt an meinen Schultern, und presst mir die Schmerzen aus den Gliedern. Hier hat sich wirklich jeder Dollar gelohnt. Sie macht das wirklich unglaublich gut und ich kann das deshalb ganz gut beurteilen, weil ich selbst Massagekurse gemacht habe und somit weiss, was einen guten Masseur ausmacht bzw. weil ich selbst da einfach ein sehr sehr hohes Interesse daran habe. Wenn Sie um mich herumgeht hat sie immer die Hände an meinem Körper, so dass ich mich entspannen kann weil ich immer weiss wo sie ist, sie findet genau die Stellen, die es in sich haben, redet nur soviel, wie sie merkt, dass es mir angenehm ist und ja sie ist total süss. Sie lächelt die meiste Zeit, aber irgendwie nehme ich es ihr ab. Es sieht nicht aus wie ein falsches "Gib mir Geld grinsen" Als sie mit mir fertig ist sagt sie zu mir: "Very good back" und wir lachen beide. da sie so unglaublich lieb war und ich mich fühle wie neu geboren gebe ich ihr 10 Dollar Trinkgeld. Das ist viel und ja ich hab es eigentlich nicht so dicke, dass ich hier mit meinem Urlaubsgeld so um mich werfen sollte, aber sie ist so süss gewesen und sie hat mir einfach den Tag gerettet. Ich kann wieder normal sehen, meine Schulter ist wieder beweglich und sie hat es sich verdient. Ich frage mich sowieso immer wie diese kleinen zierlichen Frauen es schaffen uns fette Bürohengste durchzukneten.

Ich gehe zum Abschluss des Tages mit meinem I-Pod auf den Ohren noch durch SoHo und schaue mir die Designer Läden an. Ach in New York wünschte ich immer ich hätte Geld. Hier gibt es so tolle Klamotten in meinen Designs in meinen Farben, aber junge angesagte Designer auch wenn sie unbekannt sind, kosten auch in SoHo ihren Preis. Auf meinen Ohren dröhnt L'ham de foc und mir geht es einfach gut. Ich hab das Gefühl vermisst, mit Musik auf den Ohren meinen eigenen New York Soundtrack zu schreiben.

www.theevolutionstore.com ist wirklich ein lustiger Laden. Hier gibt es komisches und merkwürdiges, wie zum beispiel Käferschaukästen, Schädel, Knochen usw. Ich kaufe mir einen Ring aus Tibetischem Horn. Aber einfach nur weil er perfekt zu meiner Mala passt.

Der Abend klingt mit Eliza und Juancho beim Abendessen aus. Heute macht Schüschü uns auf dem Gasgrill bereitete Forelle mit Schwizer Rösti. Die Schwizer Rösti sind genauso eine lustige Mischung wie Schüschü selbst, denn er hat ein Asiatisches Gemüse hineingeschnitten. Sie nennen es Schaijotte oder so. Leider weiss keiner so genau wie man es schreibt, weil sie es nur aus Japan kennen. 

Gerüche

Schon beim letzten Mal ist mir aufgefallen wie wichtig Gerüche werden, wenn man Urlaub hat. Auf einmal ist die Wahrnehmung viel offener, viel bereitwilliger saugt man alles in sich auf wie ein Staubsauger.

Wenn man auf der Terrasse von unseren wundervollen Gastgebern steht und die Augen schliesst ändert sich die Geruchskulisse innerhalb von Minuten.

Da wir direkt über einem Mexicanischen Restaurant sind und unter einer Therapiepraxis wechselt der Geruch der Stadt hier von NagChampa Räucherstäbchen über Holzgrill zu Abgas und frischer Luft. Die Nachbarn über uns kiffen wohl sehr viel, weshalb es vor Wohn- und Schlafzimmer immer latent nach Gras riecht.

Da Miss J Duftkerzen liebt haben wir ausserdem noch den Duft nach frischen Orangeblüten Kerzen und Schüschü backt gerade einen Quatre-Quarts und die geschmolzene Butter mischt sich noch ganz frech unter das Bouquet.

Roger Cicero hat doch sein Berlin so nett beschrieben.

"Ein Duft, wie ein Schuss Adrenalin
Chanel, Kebab und Benzin
Du riechst so geil Berlin"

Vielleicht schafft man es mit viel Ruhe auch in der eigenen Stadt mal genau hineinzuriechen.

Wie riecht Deine Stadt?

Wie riecht Dein Leben?