07.04.2009

The Prezel-Excitement

Heute morgen hab ich endlich mal die Chance gehabt eine dieser Prezeln zu kaufen. Ich hab mich noch gefreut, weil der Strassenverkäufer sagte: "Warte kurz, ich mache sie Dir noch warm" und ich denke: "Mh lecker warme Brezeln ist noch besser", aber das Ding war vorher gefroren, weshalb sie jetzt halb gefroren und am Rand heiss ist. Sie ist überdimensional gross, so wie bei uns nur die Brezeln auf dem Weihnachtsmarkt und schmeckt ungefähr wie das Äussere von Bifi-Roll nur leider eben ohne Bifi und das Äussere der Bifi-Roll schmeckt ohne Bifi nunmal leider garnicht, sonst müsste man ja keine Bifi reinstecken um es essbar zu machen. So eine Scheisse. Das sind eben auch Erfahrungen die man machen muss. Nur weil im Urlaub etwas unglaublich lecker aussieht, heisst es noch lange nicht, dass es auch lecker ist.

Aber mein erstes Prezel Erlebnis hab ich mir irgendwie anders vorgestellt.

Wir fahren mit der 5 Uptown und je näher man an die Bronx kommt umso variabler wird die Ansagenauswahl. Jetzt beginnt unser Ansager uns daran zu erinnern, dass wir keine Wertsachen und Handys offen zeigen sollen, während wir in der Bahn sitzen. Das wird ein Abenteuer. Ist doch blöd, wenn sie einem jetzt schon Angst vor der Bronx machen. Ich beginne an dem Zoobesuch zu zweifeln und mir wird mulmig. Ab Jackson Avenue fahre ich überirdisch und kann die Viertel genauer ansehen. O.k. ausserhalb Manhattans ist es wieder das USA Bild, dass wir durch die Gangster Filme haben.

Ein Blinder Bettler kommt in die Tür, stellt sich vor und bittet um Geld. Nach seiner Rede geht er einmal durch das Abteil und sammelt sein Geld ein. Ich gebe ihm ein paar Quarter. Hier habe ich einfach immer das Gefühl, die haben ihre Würde nicht verloren. Irgendwie sind sie anders hier, betteln ist hier anders. Neulich habe ich einen mit einem Schild gesehen auf dem stand: "Bitte brauche Geld für Drogen und Alkohol. Hahah nein, das war ein Scherz, aber im Ernst ich habe Hunger. Es fühlt sich an als wären sie trotzdem noch "Proud to be american" und ja als müssten sogar die Bettler hier gute Marketingstrategien fahren bzw. gute Unterhaltung bringen.

An der Haltestelle Morris Park wechseln wir den Zug, weil wir zu weit gefahren sind und als wir an der 180 Strasse aussteigen laufen wir erstmal 2 Blocks in die falsche Richtung. Dank der ganzen Horrornachrichten aus USA fühle ich mich so richtig unwohl, als ich durch die Bronx laufen muss und irgendwie finde ich das scheisse. Ich drücke also den Rücken durch, presse meinen Latinahintern zusammen und heb das Kinn an, damit ich mich nicht auch noch in eine Opferhaltung presse. Aber trotzdem ich bin nicht scharf darauf heute nach meinem 1. Prezel Erlebnis auch noch ein 1. Schiesserei Erlebnis zu haben. Gott ist das albern. Wahrscheinlich laufe ich gerade durch ein Viertel wie das Frankfurter Ginnheim und fühle mich aber als würde ich nachts um 4:00 durch die schlimmsten Teile des Gallus laufen. 

Der Zoo ist toll und es hat sich gelohnt, wie auch immer. Ich werde hier jetzt nicht jedes einzelne Tier beschreiben, das würde für euch zu langweilig werden, aber er ist wirklich toll und es lohnt sich ihn zu besuchen. Allerdings würde ich an einem sonnigeren Tag gehen, denn es ist heute 6 Grad warm und kaum Sonne und die meisten Tiere verziehen sich bei diesem Wetter eben auch lieber rein. Ausserdem merkt man dem Zoo doch noch sehr an, dass der Frühling gerade erst zart seine Fühler ausstreckt, weshalb es eher grau als grün ist. Deshalb schlage ich vor: Zoo ja, aber erst ab April und bei Sonne.

Anstelle von soziopathischen Tigern im Käfig treffe ich hier aber nur soziopathische Kindern. Obwohl der Tiger hier die beste Performance im Tigerkäfig bietet indem er nach einem Schläfchen aufsteht und durch das Gehege schreitet wie ein König, hängt der bekloppte Junge wie ein Computersüchtiger an dem Touch-Screen und hackt besessen auf dem Bildschirm rum, so dass es permanent ein schreckliches Geräusch macht. Hier ist es wohl eher gerade so, dass der Tiger und ich entsetzt denn Jungen anstarren und denken: "Gestörtes Wesen".

White Throated Bee-eaters singen ganz wundervoll und da hier keine Scheibe ist, fliegen sie einem ganz nah über dem Kopf weg. Überhaupt ist das Vogelhaus ganz toll gemacht, so wie alle Häuser. 

Das Amerikanische Konzept des Mitmachens, Erlebens, Befühlens ist auch im Zoo wiederzufinden. Überall sind Schilder, die etwas über die Tiere erzählen, man kann Schaukästen hockklappen seine Nase irgendwo reinstecken und und und. In Deutschland gibt es das auch, aber nicht so wie hier. Bei den Tigern zum Beispiel haben sie kleine Installationen wo sie eine Forschungsstation im Dschungel nachgebaut haben, oder einen Laster von Wilderern, auf dem zu sehen ist, was für den Tiger alles gefährlich ist. Überhaupt regt der Zoo einen permanent an, darüber nachzudenken, warum man alle Tiere und ihren Lebensraum schützen sollte. Bei den Amphibien und Reptilien bekommt man zum beispiel erklärt, dass viele Schlangengifte in der Medizin verwendet werden und wie hilfreich deshalb auch diese Tiere für uns sind und dass wir sie schützen müssen. 

Am Verhalten der Menschen an den Schaukästen oder Terrarien zeigt sehr genau, dass wir die elende Zapping-Gesellschaft sind. Nur leider läuft hier nur ein Kanal, weshalb die Leute permanent zu zweit oder zu dritt davor stehen, mit den Finger zeigen und plappern, sie plappern irgendwelchen Müll. Ich vermisse meinen Soundtrack. Ich verstehe nicht so ganz, warum Menschen immer plappern müssen. Man könnte, wenn man Ruhe hätte einfach mal beobachten und wahrnehmen und vor allem das Gesehene und Wahrgenommene in sich aufsaugen. Ich finde die Tiere haben ein Recht, dass man sich ihnen mal in Ruhe widmet. Man kann die Augen schliessen, dann wieder öffnen in das Terrarium eintauchen und für einen Moment ganz bei dem Tier sein. Ich bin gerade bei der riesigen Phyton, das ist die grösste lebende Phyton, die ich jeh gesehen habe. So schnell bin ich mittem im Dschungel auf einer Expedition und blende die blöden Menschen um mich herum einfach aus. Die ist so gross, wie die Anakonda die ich aus dem Senkenbergmuseum kenne und wunderschön, in einem gleichmässigen Rhytmus kommt ihre Zunge. Das ist dieser nasovomerale Sinn, die Viecherl können ja eigentlich nix anderes. Aber unsere Zapping-Generation scheint es nervös zu machen, dass hier auf Kopfdruck nicht der Kanal geändert werden kann. Also klopft man gegen die Scheibe, fotografiert mit Blitz oder plappert.

Manchmal hege ich ein tiefes Verständnis für Amokläufer.

I am in love....deeply in love. Ich bin in einen Hog verliebt.

Die Schweinchen im Congo Gorilla Forest sind soooooooo süss. Mit ihren komischen Haaren an den Ohren sehen sie aus wie chinesische Opis aus Comicverfilmungen.

http://www.billybear4kids.com/animal/whose-toes/RedRiverHog.jpg

Ich versuche mich noch etwas mit Miss Js Kamera und wieder am Union Square angekommen rase ich in Shoe Mania um Sassi ihre Pumas zu besorgen und mir noch ein paar coole Treter. Ich hatte eh noch ein paar Schuhe im Budget offen und eigentlich wollte Gummistiefel, aber es gibt keine die mir gefallen und die die mir gefallen kosten noch immer 60 Dollar und soviel gebe ich nicht für geckige Gummistiefel aus. Also hab ich mir die hier gekauft, passend zu meinen I-Pod Kopfhörern: http://ecx.images-amazon.com/images/I/41KyTlzoxJL._SL500__SS140_.jpg

 

Zum Abendessen gibt es heute die französische Quiche und ich bin froh, dass ich dieses Jahr schon in der Met war.

 

8.4.09 02:33

Letzte Einträge: Der New York Ausgeh-Look, 05. April 2009, Gerüche, 09.04.2009, Home sweetest home

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